Homöopathie

1. Was ist Homöopathie?

Peter Krauss

Der "ganze Mensch" wird erfasst in der Behandlung. Um das "ähnlichste Heilmittel" zu finden ist es wichtig, den gesamten Menschen mit seiner Geschichte, individuellen Entwicklung und seinen Symptomen   auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene zu erfassen. Die Therapie erfolgt nach den Regeln der Klassischen Homöopathie nach Samuel Hahnemann mit verdünnten (= potenzierten) und verschüttelten (= dynamisierten) Arzneien. Diese Arzneien sollen durch ihre spezielle Herstellungsweise eine "Wirkkraft" entfalten, die  auf die sogenannte  "Lebenskraft" im Menschen einwirken soll. Nach Hahnemann verbindet diese Lebenskraft im Zentrum des Menschen alle körperlichen, seelischen und geistigen Abläufe. Diese Wirkweise  in Form einer Informationsübertragung von einer "energetisch wirkenden Arznei" auf eine "energetisch wirkende Kraft" im Menschen wird angesichts eines sich ändernden Weltbildes nach den neusten Kenntnissen der Physik (Quantenphysik) immer nachvollziehbarer.

 

2. Welche Erkrankungen können behandelt werden?

Ein Homöopath behandelt alle Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern. Sowohl bei allen physischen und psychischen Erkrankungen z.B. allen Hauterkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rückenschmerzen und Rheuma, Migräne, Burn-Out, ADHS, Depressionen als auch bei den sehr schweren Erkrankungen wie Krebs, HIV oder Multiple Sklerose ist eine homöopathische Therapie sinnvoll, da die Selbstheilungskräfte angeregt werden sollen durch den Reiz der homöopathischen Arznei auf die Lebenskraft (nach dem Ähnlichkeitsprinzip durch die homöopathische Arznei  - "Ähnliches heilt Ähnliches!"). Aus homöopathischer Sicht ist es sinnvoll bei Kindern und Erwachsenen nicht nur Erkrankungen zu behandeln, sondern auch bei Gesundheit die momentane Konstitution (= körperliche und seelische Grundverfassung) homöopathisch zu behandeln, da so die Entwicklung und Gesundheit unterstützt und gestärkt werden soll.

3. Wie sieht eine Behandlung aus? 

Die homöopathische Erstanamnese dauert 90-120 Minuten, da es wichtig ist den ganzen Menschen mit seiner Erkrankung, seiner Individualität und Geschichte zu erfassen. Es soll das den Symptomen des Patienten ähnlichste Mittel gefunden werden ("Ähnlichkeitsprinzip - Ähnliches heilt Ähnliches!"). Dieses Mittel soll eine "Kunstkrankheit" (= Reiz) erzeugen, welche die Selbstheilungskräfte spezifisch aktivieren soll d.h. die Heilung einleiten soll. So wird zum Beispiel mit homöopathisch potenzierten Kaffee bezeichnet als Coffea Schlaflosigkeit behandelt, die dem Bild einer Überdosierung von Kaffee ähnlich ist (Schlaflosigkeit mit Unruhe und Schweissausbrüchen).Bei seiner Behandlung arbeitet der Therapeut mit sogenannten Repertorien (Symptomenlisten) und seinem Wissen und Erfahrung.

Die homöopathische Behandlung ist wie andere Therapien ein Prozess mit einem genau definiertem "Setting", der seine Zeit benötigt. Das homöopathische Mittel kann im akuten Fall sehr schnell wirken, doch bei den tieferliegenden Störungen, den sogenannten "chronischen Erkrankungen wird selbstverständlich  Zeit und eine Reihe von Sitzungen benötigt, um eine heilende Reaktion zu bewirken. Oft dauert es auch ein paar Sitzungen  bis sich das "ähnlichste Mittel" in eben diesem therapeutischen Prozess zeigt. Der Körper wird wie eine Zwiebel Schicht für Schicht therapiert. In diesem  therapeutischen Prozess trifft man  sich alle 4 Wochen zu einem Termin. Es wird der momentane Ist-Zustand ermittelt. Hat sich etwas verändert? Was hat sich verändert? Oft ist dem Klienten nicht bewußt, dass eine Veränderung stattgefunden hat (wenn auch noch so klein) . Dies wird detailliert im therapeutischen Gespräch ermittelt. Nach Beurteilung der Reaktion wird die neue  Arzneigabe festgelegt, um die weitere Behandlung zu bestimmen (Mittel absetzen, Mittel weitergeben, neues Mittel einsetzen). Diese Folgetermine dauern etwa 50 Minuten . Bei längerer Behandlung erfolgen die Termine in größeren Zeitabständen.